Freiheit

Über Geld redet man nicht. Welchen Stellenwert hat Geld in deinem Leben?

über geld redet man nicht
Geschrieben von Sabrina

Über Geld redet man nicht, kennst du diesen altbackenen Spruch?

Da Geld verdienen aber nun mal zum Leben der meisten dazugehört, möchte ich gern meine Erfahrungen mit dir teilen.

Geld hatte bei mir lange einen interessanten Stellenwert. Dieser hat sich im Laufe meines Lebens sehr oft, sehr stark geändert.

 

Über Geld redet man nicht – Familie

Ich komme aus einer Familie, in der Geldknappheit nie ein Thema war. Wir hatten immer Essen auf dem Tisch, saubere Klamotten, sind häufig in den Urlaub gefahren, hatten „gute“ Autos und unter dem Weihnachtsbaum war nie Ebbe.
Mein Taschengeld habe ich ordentlich angespart, alles was ich zu Geburtstagen und Weihnachten bekommen habe ebenfalls. Früher habe ich mich sehr stark an Geld festgehalten und habe außerdem auch Angst davor gehabt, dass es mir jemand wegnehmen könnte.

 

Über Geld redet man nicht – Das erste mal auf den eigenen Beinen stehen

Als ich von zu Hause auszog, suchte ich mir einen Job neben meiner Ausbildung und musste schnell feststellen, dass das Geld trotzdem vorn und hinten nicht reicht. Zu stolz um das zuzugeben, war mein Kühlschrank oft leer und die Zahlen auf dem Konto rot.
Ich entwickelte ziemlich schnell ein Knappheits-Mindset und merkte was es bedeutet, auch nur annähernd den finanziellen Standard zu erreichen, in den ich hineingeboren wurde.

Geld ging mir zu diesem Zeitpunkt nur noch auf den Sack. Ich musste von jetzt auf gleich lernen, mein Leben mit einem Bruchteil von dem zu gestalten, was ich vorher zur Verfügung hatte. Und so gab ich das Bisschen was ich hatte auch noch für Dinge aus, die dazu dienten meinem „Standard“ von vorher gerecht zu werden, anstatt mir davon mal was anständiges zu Essen zu kaufen.

Ja, manchmal habe ich mir gewünscht es vorher nicht so einfach gehabt zu haben, um diesen Unterschied nicht so schmerzlich zu erfahren und besser auf das reale Leben vorbereitet zu sein.

 

Über Geld redet man nicht – Der Aufschwung

Etwas später hatte ich dann ein ziemlich gutes Einkommen. Plötzlich konnte ich mir wieder ständig Zeugs kaufen, dass ich eigentlich nicht brauchte.

Ich eiferte einem Ideal hinterher, dass mir (rückblickend) überhaupt nicht gefiel oder gut tat. Ich häufte belangloses Zeug an und hatte zu viele Klamotten. Irgendwann merkte ich aber, dass mir diese ganzen Statusgüter überhaupt nichts bedeuten.

Ich habe einfach lange geglaubt, ich müsse so sein um anderen zu gefallen. Müsste meiner Familie beweisen, dass ich es auch allein kann. Müsste vor Freunden gut dastehen. Die ganze Nummer der Abhängigkeit von dem, was andere denken aber nichts von dem, was ich von mir selbst denke und wie es mir damit geht.

Wem muss ich was beweisen?

Warum trage ich diese unbequemen Schuhe?

Warum sind bestimmte Menschen in meinem Umfeld nur zufrieden, wenn sie wissen ich verdiene eine Summe X an Geld?

Warum ist der Jobtitel so viel wichtiger als das was uns beschäftig und uns motiviert, zu diesem Job zu gehen?

Ich stellte fest, dass mich Geld nicht glücklich macht, wenn ich nicht auch ohne Geld glücklich sein kann.

 

Über Geld redet man nicht – Lerne von den Ärmsten

Und so verkaufte ich all den unwichtigen Kram, ließ all die Statusgüter hinter mir und ging auf Reisen.

In den ärmsten Ländern der Welt lernte ich, dass wenig Geld zu haben nicht bedeutet das du arm bist, wenn du mit dem was du hast zufrieden bist.

Natürlich ist es nicht mein Anspruch in einer Wellblechhütte irgendwo am Straßenrand in Kambodscha zu leben. Aber die Einfachheit des Lebens dort und die Freude die diese Menschen in ihrem Herzen tragen, hat mir so viel beigebracht.

Vor allem, das Geld nicht alles ist.

 

Über Geld redet man nicht – Der Status Quo

Und so durchlaufe ich seither einen Prozess, in dem ich Geld nicht als etwas ansehe, was mich oder mein Glück definiert. Es ist ebenfalls nichts, was ich verabscheue.

Im Gegenteil, ich begrüße Geld in meinem Leben und habe gelernt es dankbar anzunehmen.

Mir ist es heute viel wichtiger, WIE ich mein Geld verdiene und erst zweitrangiger, wie viel ich verdiene.

Mein Glück hängt zu 100% davon ab, ob das was ich tagein, tagaus mache von Wert für mich und andere ist. Und damit Geld zu verdienen, ist so grandios.

Zurückblickend habe ich heute das Gefühl, dass dort wo ich aufgewachsen bin ein regelrechter Wettkampf herrscht. Jeder schaut auf den Nachbarn und die Eltern vergleichen die eigenen Kinder mit denen von Nachbar x,y,z.

Vielleicht tun sie es auch nur unbewusst, aber ich habe das schon sehr früh sehr deutlich gespürt. Und dann geht es am Ende des Tages nicht mehr darum ob jemand wirklich glücklich ist, sondern nur noch darum welches Auto in der Garage steht.

Und da hab‘ ich überhaupt keinen Bock drauf! Ich bin wirklich unglaublich dankbar für all das, was mir ermöglicht wurde und für all die Unterstützung die ich bekommen habe.

Aber könnte ich heute nochmal wählen, wäre ich lieber mit weniger Geld aufgewachsen und wäre somit vielleicht etwas besser auf die Welt da draußen vorbereitet gewesen.

Ich wünsche jedem der ein schwieriges Verhältnis zum Thema Geld hat, dass er Leichtigkeit finden kann wenn es darum geht, zu viel, zu wenig, oder nie genug davon zu haben.

Über Geld redet man eben doch, weil es für die meisten von uns ein Thema ist, mit dem viel Negativität zusammenhängt 🌿

Und das ist nichts, was einem unangenehm sein muss.

Alles Liebe, Sabrina


Was sind deine Erfahrungen mit Geld? Wie hat sich deine Beziehung zum Geld im Laufe deines Lebens gewandelt?

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